SynLOG - DiY and Garden Logistics

SynLOG Tag am 21. Juni 2011 in der Rohrmeisterei in Schwerte


21. Juni 2011 - Rohrmeisterei Schwerte - SynLOG Tag 2011

Deutschland im Logistikwinter -
SynLOG-Tag in Schwerte überzeugte mit praxisnahen Logistikthemen


Unter dieser provokanten Headline standen die ersten drei Beiträge bei der diesjährigen SynLOG-Vortragsveranstaltung, zu der fast 90 Verantwortliche aus den Bereichen Logistik des Handels, der Herstellerunternehmen für die Baumarkt und Gartenbranche sowie der Transportdienstleister in der Rohrmeisterei Schwerte zusammentrafen. „Der letzte Winter stellte die Logistikbranche in allen Bereichen vor bis dato unbekannte Herausforderung“, so der Geschäftsführer des Deutschen Spedition und Logistikverbandes Dr. Gregor Schild. Deutlich wurde das z.B. an den Mengen des eingesetzten Streusalzes. So lag die eingesetzte Menge fast doppelt so hoch wie im normalen Wintern. Eine Situation, die nach Aussagen des zweiten Redners, Ministerialrat Hajo Kuhlisch (MWEBWV) auch nicht dadurch zu bewältigen ist, dass der Staat stets neue Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur ergreift. Auch seien ständige Anpassungen im Bereich der Räumdienste und dem Straßenbau schlichtweg nicht finanzierbar. Beide Redner gelangten übereinstimmend zu der Auffassung, dass sich Industrie, Logistikdienstleister und Handel auf derartige Witterungsbedingungen einstellen müssen und dazu gehöre eine offene Verständigung. Es sei eine Überlegung wert, ein wenig von dem Gedanken der hohen Liefersicherheiten in Sondersituationen abzurücken und mit Gelassenheit bzw. einem Gedanken der Entschleunigung dazu beizutragen, dass alle Seiten solche Situationen meistern. Ralf Rahmede, Geschäftsführer des HHG, nahm hier insbesondere die Abnehmerkreise in die Pflicht. „Die Natur ließe sich durch Verträge nun einmal nicht regeln.“ Auch habe man beobachten können, dass verspätete Belieferungen einerseits bei den Herstellern zwar reklamiert wurden, andererseits die Kundenfrequenz auf der Fläche ausblieb und so der erwartete Engpass in der Versorgung nicht eintraf.

In weiteren Vorträgen wurde zu den Risiken durch begaste Importcontainer informiert, bei denen Wilfried Müller, LOCON Consult, insbesondere auf die Gefahren bei der Entladung hinwies. Die darin enthaltenen Waren emittierten oft Dämpfe aus z. B. Färbe- und Imprägnierstoffen, häufig seien auch Restkonzentrationen zur Bekämpfung von Schädlingen eine echte Gefahr für das entladende Personal. Über die aktuellen Entwicklungen auf dem Seefracht Markt informierte Detlev Kerber, President Europe Region bei APL. So hat nach seiner Einschätzung das Interasiengeschäft deutlich zugenommen. Indonesien und Vietnam fungieren dabei als Vorlieferanten für chinesische Exportwaren. Auch hat sich China mehr und mehr aus der Fertigung von Seecontainern zurückgezogen, was zu einer Verknappung von Containern geführt habe. Treibstoffsparende Logistik heißt im Seefrachtverkehr „Slow Steaming“ und wird mittlerweile bei gestiegenen Energiepreisen von vielen Logistikdienstleistern umgesetzt. Die verlängerten Frachtzeiten müssen bei Raten und Terminierung berücksichtigt werden. Das Ziel von APL sei es generell die hohe Volatilität der Frachtraten zu vermindern und damit kalkulierbarer zu machen.

Unter der versierten Leitung von Herrn Dr. Volker Lange, IML Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, stellten sich Experten – für die Industrieseite, Peter Fischer, Hortus/Husqvarna, für die Spediteure Dr. Michael Bargl, IDS, und für den Handel Dr. Alexander Wiegele, bauMax - dem Dauerbrennerthema „Stau an der Rampe“. Eine komplexe Problemstellung, zu der die Anwesenden anhand zahlreicher Beispiele zu dem Schluss kamen, dass sich viele Wartezeiten bereits durch eine verbesserte Kommunikation vermeiden ließen.

Beeindruckend auch der Vortrag, der den Abschluss des Tages bildete. Herr Dr. Alexander Wiegele, Geschäftsführer der bauMax Import & Logistik GmbH, zeichnete den Weg der Logistikstrategie seines Unternehmens nach, das in den vergangenen Jahren über Slowenien erfolgreich bis in die Türkei expandierte und dabei über Zentralläger operiert. Ein Markteintritt bis in Syrien bzw. den arabischen Raum hält das Unternehmen bereits in naher Zukuft für denkbar, wobei die Logistikstützpunkte in der Türkei die Belieferung übernehmen würden.

Die Veranstaltung wurde moderiert durch Herrn Markus Schering, Logistikleiter der REV Ritter GmbH, der als Sprecher des SynLOG-Steuerkreises die erfolgreiche Entwicklung dieses Dienstleistungsangebotes der Trägerverbände HHG und IVG bereits lange begleitet.

Kasten:
SynLOG ist die intelligente Lieferantenlogistik für den Handel. Die vier Systemdienstleister Dachser, DHL, IDS und GLS bündeln die verschiedenen Logistiksysteme der Hersteller im SynlOG-System und vermindern dadurch deutlich die Anzahl der Rampenkontakte beim Handel. Neben wirtschaftlichen Vorteilen, ist auch ein deutlicher ökologischer Vorteil gegeben. SynLOG steht allen Herstellern offen. Informationen sind erhältlich bei den Trägerverbänden IVG und HHG.

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