SynLOG - DiY and Garden Logistics
SynLOG Aktuell (Donnerstag, 22.06.2017)

Vernetzung für Alle(s)


Logistik 4.0 – um die Zukunfts-Herausforderung schlechthin drehte sich alles bei der 19. Ausgabe des SynLOG-Tages, zu dem sich am 21. Juni rund 120 Teilnehmer, überwiegend Logistikexperten von Industrie und Handel im DIY-und Gartenbereich, im Tagungszentrum Rohrmeisterei in Schwerte zusammengefunden hatten.

Zehn Referenten, Spezialisten aus unterschiedlichen Fachgebieten der Supply Chain, schickten sich an, moderiert von SynLOG-Geschäftsführer Markus Schering, eine bislang vage Definition für Zukunftslogistik mit Leben zu füllen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die echte Herausforderung darin besteht, künftig alles und alle intelligent zu vernetzen und den Standardisierungsgrad deutlich zu erhöhen.

Warenströme, Daten, Menschen – Handel und Industrie müssen gleichermaßen Einklang in alle Bereich der Prozesskette bringen, betonte z.B. Ulrich von den Hoff, bis 2016 Geschäftsführer Logistik in der hagebau-Zentrale. Flexible und offene Strukturen seien die Grundlage, wolle man die stetig steigenden Anforderungen, die durch Markt und Kundenanforderungen diktiert werden, erfüllen können. Ein weiter Weg, bei dem man auch alte Zöpfe wie WKZ-Zahlungen, aber auch starre Lieferkonditionen in Frage stellen müsse, warfen sich Teilnehmer und Referent(en) in der Diskussion die Bälle zu.

Aus der Sicht der Industrie regte Hagen Becker, Logistikleiter der Claassen-Gruppe an, bei Vereinbarungen zwischen Handel und Industrie künftig die Supply-Chain-Spezialisten unbedingt mit am Tisch zu haben – bei den enormen technischen Aufwendungen, die die vom Endkunden gewünschte Flexibilität erfordern, seien die Prozesskosten schließlich von steigender Bedeutung.

Diese im Griff zu behalten, dabei hilft Standardisierung verschiedenster Bereiche der Lieferkette. Thomas Niebuhr und Oliver Püthe von der GS1 Germany zeigten dies anhand des globalen Palettenscheins, der künftig eine Vielzahl von Erfassungs- und Ident-Methoden ersetzen könne. Offene Standards werden in den verschiedensten Bereich unabdingbar sein – dies eine generelle Botschaft, die sich durch den gesamten Tag zog.

Ralph Schneider-Maul, Head of Supply Chain Management beim internationalen Beratungsunternehmen Capgemini, fasste aus den Ergebnissen einer BVL-Arbeitsgruppe zusammen, was Unternehmen bei der Digitalisierung der Lagerlogistik unbedingt beachten sollten, angesichts der unübersichtlichen Vielzahl technologischer Tools auf dem Markt. Schneider-Maul: „Neue Tools bringen nur nach vorn, wenn sie intelligent eingesetzt werden – und auch nur, wenn die Infrastruktur darauf abgestimmt ist“. Von existentieller Bedeutung sei künftig die Qualität der Stammdaten.

Dr. Karl Pfaff, Director Sales Development bei GLS Germany, zeigte auf, was den Bereich der Paketlogistik in Zukunft umwälzen wird. Zunächst erfreulich – stark steigende Stückzahlen dank des anhaltenden Aufstiegs der Online-Player (wenn auch nur wenige tatsächlich den Markt dominieren). Doch birgt das Wachstum auch Gefahren: Von veralteten Fahrzeugflotte über den angespannten Personalmarkt bis zum Kunden, der jederzeit in die Logistikkette eingreifen wolle. Dies erfordere hohe Investitionen. Gefährlich auch: Player, die sich mit Start-Up-Ideen zwischen Dienstleister und Kunden schieben. Von diesen disruptiven Spielern könne man Kreativität lernen und adaptieren (wie z.B. komfortablere Tracking-Funktionen), müsse aber gleichzeitig die eigene Kompetenz stärken und ausspielen.

Von starken Herausforderungen berichtete auch Jeanette Lauschke, bei der Dachser Group für das Corporate Business Development zuständig. „Wir spüren deutlich den Wandel in der Logistikbranche“, berichtete sie von rasant steigenden Anforderungen – Zwei-Mann-Service, Montage etc.. Gleichzeitig erfordere der Verkehrsinfarkt der Städte sehr kleinteilige Transportlösungen – bis hin zum Lastenfahrrad. Mit dem Angebot solcher Dienstleistungen könne man sich im Markt aber deutlich abgrenzen.

Auch in der Industrie benötigt man dringend effektive Prozesse – Birgit Wiedenhaus (Franz Reinkemeier GmbH) und Daniel Nowara (Remira GmbH) präsentierten eine Forecast-Software im Echtbetrieb, die ein intelligentes Bestandsmanagement im Spannungsfeld zwischen Lagerbeständen und Lieferfähigkeit abbildet.

Grenzenlose Daten- und Warenströme – darüber dachte Mathias Mendel, Geschäftsführer von Palletways Deutschland als Schlusspunkt des Kongresstages nach. Hoher Automatisierungsgrad, Verschlankung der Prozesse, Innovationen und Höchstqualität bei den Dienstleistungen – dies alles lässt sich nur erreichen, wenn alle Partner der Supply Chain tatsächlich miteinander vernetzt sind.

Die Aufgaben sind enorm – darüber ließ sich natürlich im Kongressumfeld trefflich diskutieren – und die Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, sich auszutauschen. Wie immer hatten sich die SynLOG– Dienstleister mit Info-Ständen in der Rohrmeisterei eingefunden, so dass auch der ein oder andere Projekttermin direkt vereinbart werden konnte.

SynLOG ist eine gemeinsame Initiative des Herstellerverbandes Haus & Garten e.V. und des Industrieverbandes Garten (IVG) e.V.

Ansprechpartner:
Markus Schering
SynLOG
- DIY und Garten-Logistik
Tel.-Nr. 0172 / 88 345 22
Fax-Nr. 05031 / 974 92 91
E-Mail mschering@synlog.org



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